Der neue Standard: Websoftware im Logistikbereich

von Rahel Strupp

Digitale Lösungen für das Einholen und Vergleichen von Transportangeboten

Wenn man sich heute die Logistik der Zukunft vorstellt, so haben viele Innovationen wie selbstfahrende LKW im Kopf, oder Drohnen, die Bestellungen schwebend bis in den Vorgarten der Kunden bringen. Doch wird häufig unterschätzt, wie viel Potential in der Digitalisierung logistischer Prozesse stecken kann und wie wichtig diese Neuerungen in unserer Zeit sind. Denn der Fachkräftemangel setzt die Branche zunehmend unter Druck - Fahrten müssen effizienter geplant werden und Mitarbeiter/-innen in der Logistik müssen immer und überall schnell einen Überblick über Transportangebote und Bestellungen behalten können.

Auch wenn die Digitalisierung in diesem Bereich immer noch sehr schleppend voran geht, gibt es immer mehr Möglichkeiten die vielen Exceltabellen und Faxe hinter sich zu lassen und Transportbeschaffungsprozesse mit einigen wenigen Klicks im Web zu organisieren. Mit großen Tenderplattformen über Buchungswebseiten bis hin zu neuen Online-Dienstleistungen von Frachtberatern steigt die Zahl der Optionen für eine Automatisierung der Frachtvergabe.

Websoftware und Cloud-Computing für die Organisation von Luftfracht und Seefracht

Wie in anderen Branchen wächst auch in der Logistik der Widerstand gegen Plattformmodelle einerseits, und teure und wartungsintensive Inhouse-Software andererseits. Dabei sind Webapplikationen für Beschaffungsprozesse längst keine Zukunftsmusik mehr und erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit.

Diese Anwendungen, oft auch unter dem Sammelbegriff „Software-as-a-Service” (SaaS) aufgeführt, können sofort über das Internet bereitgestellt werden – ganz ohne lokale Installation. In der Cloud kann ein Unternehmen Computing-Ressourcen über das Internet schnell und einfach nach Bedarf nutzen.

Die Nutzung von SaaS-Anwendungen erfolgt in der Regel auf Abonnementbasis und eignet sich deshalb ideal für geschäftlich genutzte Software. Aufgrund der spezifischen Eigenschaften dieses Service- und Vertriebsmodells sind diese Art von Webservices sowohl in der Anschaffung als auch in Betrieb oft sehr viel kostengünstiger als andere Modelle.

Fehlende Digitalisierung beim Einholen und Vergleichen von Transportangeboten

SaaS-Anwendungen gelten als wesentlicher Enabler für die digitale Transformation von Unternehmen. Laut Cloud Monitor nutzten im Jahr 2016 nutzten bereits über zwei Drittel der deutschen Mittelständler Cloud-Lösungen. Während anfangs CRM- und Buchhaltungslösungen den SaaS-Markt beherrschten, kamen Stück für Stück weitere Anwendungsbereiche hinzu und gerade die Nutzung im Bereich der Transportbeschaffung bietet viele Vorteile.

In international agierenden Unternehmen sind oft viele verschiedene Mitarbeiter/-innen und Abteilungen an verschiedenen Orten in die Beschaffungsvorgänge eingebunden. Die Installation und Implementierung von umfangreicher Lizenz-Software auf hunderten Computern an verschiedenen Standorten ist eine zeit- und kostenintensive Angelegenheit, die mit jedem neuen Update von Anbieterseite oder einem Geräteaustausch auf Nutzerseite mit neuen Herausforderungen einhergeht.

Anders sieht dies beim SaaS-Modell aus. Hier kann der Kunde die Anschaffungs- und Betriebskosten zu großen Teilen einsparen. Der Servicegeber übernimmt die IT-Administration inklusive Dienstleistungen wie Wartungsarbeiten und Updates. Die IT-Infrastruktur, einschließlich aller administrativen Aufgaben kann so ausgelagert werden und der Servicenehmer kann sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Dank der Cloud-Lösung verschieben sich also zahlreiche Kosten und Risiken zum Serviceprovider.

Bei internetbasierten Webapplikationen erleichtern Standardprotokolle außerdem eine einheitliche Freigabe, Integration und Skalierung von Programmen und Services in der Cloud und sorgen für eine gute User Experience auf unterschiedlichen Geräten. Dank des High-Speed-Internets können Nutzer/-innen standortunabhängig und jederzeit auf das Serviceangebot zugreifen. Für die Nutzung von SaaS-Software sind nur internetfähige Endgeräte erforderlich. Es entfallen also auch Investitionen in eigene Server.

Ein weiterer Vorteil liegt in der erhöhten Datensicherheit. Entgegen dem Vorbehalt, dass diese bei Nutzung von SaaS-Lösungen abnimmt, zeigt die Erfahrung, dass die hohen Standards der großen Rechenzentren von lokalen Strukturen insbesondere im Mittelstand kaum erreicht werden können. Die IT-Security nimmt durch die Nutzung der Cloud in den meisten Fällen also sogar zu. Das gilt im Besonderen, wenn das Hosting in deutschen oder europäischen Rechenzentren erfolgt, denn dort unterliegen die Daten sehr strengen Gesetzesvorgaben und kein Provider kann sich an dieser Stelle Verstöße leisten.

Dank Logistikanwendungen als Software-as-a-Service können Beschaffungsprozesse also endlich digitalisiert werden, ohne die enge und vertrauensvolle Beziehung zwischen Versender und Dienstleister aufzugeben. Gleichzeitig bietet diese Art des Cloud-Computing eine unkomplizierte, sichere und kostengünstige Alternative zu Inhouse-Software-Lizenzen und Inhouse-Hosting.