Angebotsvergleiche für Luftfracht und Seefracht - Transportangebote vergleichen ist weiterhin ein Problem

von Rebekka Scholz

Marktsegmente in der Luftfracht und Seefracht Spedition

Der Markt der Luftfracht und Seefracht Spedition besteht im Wesentlichen aus sechs verschiedenen Angebotsarten. Angebote für Luftfrachttransporte beziehen sich immer auf Stückgutsendungen, während bei Seefrachttransporten zwischen Less‑Container-Load (LCL) und Full-Container-Load (FCL) unterschieden wird, also Stückgutsendungen und eines Containertransports. Sowohl Luft- als auch Seefracht Transport Angebote werden dazu auf zwei weitere Arten unterschieden. Es gibt sogenannte Spot-Angebote, welche sich auf konkrete Sendung beziehen, und Raten‑Angebote. Letztere sind eine Art Rahmenvertrag, der für einen gewissen Zeitraum gültig ist und z.B. kg-Preise, sogenannte Rates, beinhaltet. Aus diesen lassen sich konkrete Sendungskosten für Luftfracht oder Containerverschiffungen errechnen.

Für das Einholen und Vergleichen von Transportangeboten bei Luftfracht und Seefracht Speditionen gibt es einige Dienstleistungen zwischen denen Unternehmen, die auf Transportdienstleistungen angewiesen sind, auswählen können.

Frachtenberatungen helfen dabei günstige Speditionen zu finden

Die Beauftragung von Frachtenberatern ist eine Möglichkeit für Versender, neue Luftfracht und Seefracht Speditionen zu finden und ihre Transportangebote mit denen der aktuellen Spedition zu vergleichen. Frachtenberater entwickeln in der Regel Excel-Vorlagen, die von den Logistikdienstleistern für Angebotszwecke verwendet werden sollen, oder sie fassen einfach die Daten der Logistikanbieter-Angebote in individuell entwickelte Vorlagen zusammen bzw. harmonisieren sie. Dadurch können die Berater die verschiedenen Transportangebote vergleichen und den Versendern Empfehlungen geben, mit welchen Logistikdienstleistern sie am besten zusammenarbeiten. Ein zweiter Ansatz von Frachtenberatern besteht darin, Transporte auszuschreiben. Speditionen, die an einer Ausschreibung teilnehmen, sind in der Regel größere Unternehmen, da sie das Know-how für die Abwicklung einer Ausschreibung vorweisen und auch die damit verbundenen finanziellen und rechtlichen Risiken tragen können. In der Regel werden solche Frachtenberater von größeren oder mittelgroßen Versendern beauftragt.

RFI (request for information)Darstellung Unternehmensstruktur
RFP (request for proposal)Erläuterung Logistikkonzept
RFQ (request for quotation)Abgabe Raten/Preise

 

Kleinere Frachtenberater sind für regionale Versender aktiv, größere Frachtberater arbeiten auf Länderebene. Ihre Preisgestaltung ist in der Regel ein Prozentsatz der erzielten Preissenkung oder eine vertragliche Gebühr für Beratungsleistungen. Ein Fokus ihrer Dienstleistung liegt verstärkt darauf, günstige Speditionen zu finden bzw. günstige Transport Angebote zu erzielen.

Ausschreibungsplattform zum Vergleich von Speditionen

Ausschreibungs- bzw. Tenderplattformen arbeiten üblicherweise im Bereich langfristiger Preisvereinbarungen und verwenden Excel-Tabellen, die von den Luftfracht und Seefracht Speditionen ausgefüllt und online hochgeladen werden. Versender und Logistikdienstleister müssen sich dazu auf den Plattformen registrieren. Das Ausschreibungsverfahren entspricht den in obiger Tabelle dargestellten Schritten. Technisch und inhaltlich sind diese Dienste bereits ausgefeilter, als die Dienste der Frachtenberater. Sie funktionieren häufig als Webapplikation und können z.B. eine große Anzahl von Tradelandes, Kostenposten und anderen Spezifikationen abdecken. Weitestgehend größere Unternehmen nutzen Ausschreibungsplattformen, die in der Regel international ausgerichtet sind.

Ausschreibungsplattformen werden häufig auch als Market- oder Bid-Down-Plattformen bezeichnet, bei denen der Schwerpunkt auf der Senkung der Transportpreise liegt. Qualitätsaspekte in der Transportabwicklung sind sekundär, obwohl sie offiziell in das Ausschreibungsverfahren einbezogen sind. Tenderplattformen werben dafür, dass Logistikdienstleister auf ihrer Plattform um Transportaufträge konkurrieren können. Außerdem bewerben sie ihre Dienste indem sie Versendern anbieten, Seefracht und Luftfracht Speditionen zur Ausschreibung einzuladen, die diese noch nicht kennen.

Mit Buchungsplattformen Container verschiffen

In dieser Gruppe finden sich verschiedene Konzepte. Sie alle haben gemein, dass sie die Schnittstelle zwischen Versender und Container Spedition darstellen und diese in ihrer Rolle ersetzen. Diese Gruppe konzentriert sich im Gegensatz zu Frachtenberatern und Ausschreibungsplattformen verstärkt auf das Spot-Segment für Einzelsendungen. Neben der Luftfracht bezieht sich dies vor allem auf Containertransporte. Versendern wird ermöglicht, Transportanfragen und ‑buchungen direkt über ihre Plattform abzuwickeln. Mit ihren Diensten werden Plattformen teilweise selbst zum Logistikdienstleister und ersetzen klassische Logistikdienstleister im Wesentlichen.

On-Site Lösungen von Versendern sehr individuell

Hierbei handelt es sich um Eigenlösungen von Versendern. Sie kommen teilweise in großen Unternehmen zum Einsatz, die über eine eigene Logistikabteilung, mit entsprechendem Transport-Know-how verfügen. Diese Versender haben sehr konkrete Vorstellungen davon, welche Kostenpositionen ihre Transportangebote enthalten und wie ihre Transportangebote strukturiert sein sollten. Sie entwickeln eigenständig Angebotsvorlagen, die von Logistikdienstleistern ausgefüllt werden müssen. Normalerweise sind diese Vorlagen Excel basiert, die sich teilweise auch mit einer Datenbank verbinden können. Diese Werkzeuge sind technisch teilweise sehr ausgereift und können den Angebotsprozess für Versender effizient machen.

Tailor-Made IT sehr teuer

IT-Unternehmen bieten dem Versender zu installierende IT-Lösungen, welche auf ihr Unternehmen maßgeschneidert sind. Diese Tools können als Schnittstelle zwischen der IT-Infrastruktur von Versendern und Logistikdienstleistern fungieren. Die Lösungen sind hochpreisig, nur von sehr großen Unternehmen finanzierbar, und sind selten im Bereich der Einholung von Luft- und Seefrachtangeboten zu finden.

Digitale Spedition für Containertransport und Luftfracht

Digitale Speditionen werden regelmäßig angefragt, um genannte Transportangebote zu erhalten. Auch wenn digitale Speditionen den etablierten Logistikdienstleistern in Sachen Digitalisierung voraus sind, so handelt es sich bei ihrem Angebot um klassische Luftfracht und Seefracht Speditions- und Transportdienstleistungen. Man kann sie dementsprechend nutzen, um Luftfracht zu versenden und Container zu verschiffen. Zu beachten ist, dass eine digitale Speditionen keine neutrale Instanz ist und somit nicht für einen unabhängigen und objektiven Vergleich mehrerer Luftfracht und Seefracht Transportangebote in Frage kommt.

Digitale Tools der Logistikdienstleister vergleichbar mit digitaler Spedition

Klassische Logistikdienstleister, Speditionen, Airlines und Reedereien digitalisieren derzeit ihre Prozesse. Auch wenn diese Unternehmen ihre Angebote im Regelfall noch per Excel, PDF und E-Mail zur Verfügung stellen, gibt es erste Ansätze, Versendern Transportangebote auch digital zukommen zu lassen. Dies passiert entweder über digitale Angebotstools auf der Website oder eigenständige Plattformen. Wie bei den digitalen Speditionen handelt es sich auch in diesem Fall lediglich um eine veränderte Form der Angebotseinholung von einem einzelnen Partner. Damit haben Unternehmen aber nach wie vor nicht die Möglichkeit Luft- und Seefracht Transportangebote unabhängig von mehreren Partnern einzuholen und objektiv zu vergleichen.

Websoftware für den Angebotsvergleich von Luftfracht und Seefracht Speditionen gut geeignet

Diese Angebote unterscheiden sich untereinander vor allem in puncto Kontrolle, Effizienz und Kosten. Einerseits möchte man als Kunde möglichst ohne eine Involvierung Dritter selbstständig und unabhängig Angebote einholen und die Spedition vergleichen können. Andererseits ist der manuelle Vergleich der unterschiedlichen Angebotsformate zeitaufwendig und fehleranfällig, und damit sehr ineffizient und teuer. Sowohl Inhouse-IT-Lösungen als auch Anwendungen von Ausschreibungsplattformen, Frachtenberater und Buchungsplattformen sind teilweise aber auch recht komplex, sodass Webinars und Onboarding-Schulungen notwendig sind, um die Nutzung zu erlernen. Deshalb gibt es auf dem Markt nun auch Tools, die diese Bedürfnisse gleichermaßen ansprechen: Websoftware zum Einholen von Transportangeboten sind Lösungen, die das Vertrauensverhältnis zwischen Versender und Spediteur nicht unnötig belasten. Diese Anwendungen strukturieren und standardisieren die individuelle Kommunikation und Verhandlung zwischen Versender und Logistikdienstleistern. Dies ermöglicht es Unternehmen Luftfracht und Seefracht Transportangebote einzuholen, eine optimale Entscheidungsgrundlage für die Transportvergabe zu haben und eine günstige Spedition wählen zu können.

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